Adolf Reichwein leitete von 1923 bis 1929 die Volkshochschule in Jena. Er organisierte dort auch pädagogische Auslandsreisen und Fahrten für Jugendliche und junge Erwachsene, um die Gemeinschaft und Naturerfahrung zu stärken. Der „Hungermarsch durch Lappland“ ist ein tagebuchartiges Reisewerk und erschien 1941 im „Aufwärts-Verlag Berlin“. Adolf Reichwein beschreibt darin eine extreme, entbehrungsreiche Wanderung im hohen Norden, die im Sommer 1928 eine Gruppe junger, vom sozialen Abseits bedrohter Arbeitsloser direkt in die Wildnis Lapplands führte.
Die CD „Hungermarsch durch Lappland“ wurde 2008 vom ehemaligen Adolf-Reichwein-Verein e.V. produziert, Sprecher ist Detlef Bruns.
Die Reise startete in Jena und führte als kombinierte Zug-, Schiffs- und Fußreise tief in den Norden Skandinaviens. Geplant war eine Fußüberquerung der skandinavischen Tundra- und Gebirgslandschaft, doch die Gruppe verlor die Orientierung. Kartenmaterial und Kompass reichten in der unwegsamen, von Mooren und Flüssen durchzogenen Natur nicht aus. Der Marsch wurde zu einem Kampf gegen Kälte und Hunger. Völlig erschöpft erreichte die Gruppe schließlich die nordschwedische Bergbaustadt Kiruna in Schweden.
Die Volkshochschule Jena erinnert aktiv an diese geschichtsträchtige Fahrt: Bei der Benennung ihres Seminarzentrums wurden die Räume nach den wichtigsten Stationen dieser Reise getauft, um an das pädagogische Erbe von Adolf Reichwein zu erinnern.